Wenn Kinder Sterben

Der monatliche Treff um 8 des Hospizvereins am Städtischen Klinikum beschäftigte sich diesmal mit dem Thema „Wenn Kinder sterben“.
Dr. med. Emilie Reuther und Birgit Sandbothe berichteten sehr bewegend von ihrer Arbeit mit sterbenden Kindern. In Deutschland leben ca 16.000 Kinder und Jugendliche, die eine tödlich verlaufende Krankheit haben. Von diesen Kindern sterben jährlich ca 1.500. Wie schwierig und belastend diese Situation für die betroffenen Familien ist, schilderten die Referentinnen anschaulich an vielen Beispielen.

In Bethel ist das Projekt „Ambulante Palliativpflege für Kinder“ durch die Zusammenarbeit verschiedener Träger entstanden. Ziel ist es, in einer besonders schwierigen Situation ein verlässlicher Partner für die Familien zu sein. Das Projekt unterstützt Eltern dabei, ihre schwerkranken Kinder mit nach Hause zu nehmen und dort zu pflegen. Ein enger Kontakt zum Kinderzentrum Gilead ist dabei gewährleistet.

Ganz wichtig bei der Begleitung sterbender Kinder ist für Dr. med. Emilie Reuther die Ehrlichkeit im Umgang mit den kleinen Patienten und deren Eltern. Kinder wissen oft mehr, als die Erwachsenen glauben, und wollen auch genau über ihren Zustand informiert werden. Birgit Sandbothe, Krankenschwester in der Kinderklinik Bethel, unterstützt darum die Eltern immer wieder, offen und ehrlich mit ihren Kindern auch über das Sterben und den Tod zu reden. Dabei hat sie häufig beobachtet, dass Kinder eher unbefangen mit diesen Themen umgehen.

Auch Gespräche über das, was nach dem Tod geschieht werden oft geführt. Denn viele Eltern haben den Tod in ihrem Umfeld häufig noch nicht erlebt. Fragen, wie lange das verstorbene Kind noch zu Hause bleiben kann, wann der Arzt benachrichtigt werden muss, oder wie die Beerdigung gestaltet werden soll, treten immer wieder auf.

Dr. med. Emilie Reuter berichtete von vielen Fällen, in denen sie die Eltern entlastete, indem sie sich um die gesunden Geschwisterkinder kümmerte, mit ihnen spielte. Über das gemeinsame Spiel erfuhr sie viel darüber, wie die Kinder mit dieser schwierigen Situation in der Familie umgingen.
Durch ihre offene und warmherzige Art brachte die Referentinnen dies schwierige Thema den ca 45 ZuhörerInnen auf einfühlsame Weise nahe. Dabei verschwiegen sie auch nicht, dass diese Arbeit viele positive Erlebnisse mit sich bringt, es aber auch immer wieder schwierig und belastend ist.