Veranstaltungen

Das Labyrinth – Symbol für Leben und Tod

Der monatliche Treff um 8 des Vereins zur Förderung des Hospizes am Städtischen Klinikum hatte dieses Mal Labyrinthe zum Thema. Eingeladen war Gernot Candolini aus Innsbruck, der die alten Labyrinthplätze Europas besucht hat und in seinem Diavortrag anschaulich Hintergrundinformationen zu diesem Symbol lieferte.


Heute kommt es zu einer breiten Wiederentdeckung der Bedeutung der Symbole und damit auch des Labyrinths. Die Menschen sind auf der Suche nach ihrem Weg, zu ihrer Mitte.

Ein Labyrinth, eines der ältesten Symbole, erzählt im griechischen Theseusmythos grundlegende Lebensthemen, wie Geburt, Auseinandersetzung, Liebe und Tod. Das Labyrinth verbreitet sich in vielen Kulturen und wird als Symbol verwendet um die Reise des Lebens zu beschreiben und nacherlebbar zu machen. Jeder kennt die Schwierigkeit, in seinem Leben seinen Weg zu finden. Das Labyrinth lehrt uns Menschen, so Gernot Candolini, dass es darauf ankommt, den Weg zu gehen, die Windungen zu umrunden, das Vertrauen zu haben, dass auch schwierige Stellen zu meistern sind und das Wissen, dass Stillstand niemals zur Mitte führen kann. „Falsch oder richtig ist die ständige Frage der Welt. Bleibe nicht stehen ist die Antwort des Labyrinths.“

In der Hospizarbeit ist das Labyrinth ein wichtiges Symbol. Sterbende fragen sich, wohin ihr Weg gehen wird, was sie am Ende ihres Weges vorfinden werden. Die Hospizmitarbeiter gehen diesen oft schweren Weg mit, begleiten und sind da.

Eines der berühmtesten Labyrinthe ist in der Kathedrale von Chartres in Frankreich zu sehen. Es nimmt den ganzen Kirchraum ein und lädt zur Einkehr und zum Nachdenken über das Leben ein. Aber auch in Deutschland gibt es viele Labyrinthe, allein in den letzten Jahren wurden ca. 200 neue Labyrinthplätze erbaut.