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Hospizpatienten leben länger

Symptomkontrolle verkürzt nicht das Leben


"Hospizliche Begeleitung heißt nicht aufgeben. Es bedeutet das Leben zu leben, bis zuletzt.", erklärte Stephen Connor, einer der Autoren einer Studie zu Überlebenszeit von Hospizpatienten. Der Mythos, dass eine konsequente Behandlung der Beschwerden die Überlebenszeit verkürzen könnte, wurde erneut wiederlegt. Eine gute palliative Therapie kann im Gegenteil zu einer Verlängerung der Überlebenszeit führen.

Connor und seine Kollegen untersuchten 4493 Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung. Die Überlebenszeiten bei Patienten, die sich für hospizliche Begleitung und palliative Therapie entschieden hatten, wurden mit denen von Patienten unter konventioneller onkologischer Therapie verglichen.

Insgesamt überlebten die Hospizpatienten 29 Tage länger. Der Effekt war bei verschiedenen  Krankheitsbilder unterschiedlich stark ausgeprägt. So profitierten Patienten mit einer chronischen Herzschwäche am deutlichsten mit einem um 81 Tage verlängertem Überleben. Diese Tasache gibt zu denken, da gerade diese Patienten nur selten den Weg in die Hospize und auf Palliativstationen finden.

Bei den Tumorpatienten profitierten insbesondere die Patienten mit Bronchialkarzinom und Pankreaskarzinom. Einen leichten Überlebensvorteil hatten die Patienten mit Darmkrebs. Keine wesentlichen Unterschiede ergaben sich bei den Diagnosen Brustkrebs und Prostatakrebs. In keiner der untersuchten Patientengruppen führte die palliativmedizinische Behandlung zu einer Verkürzung der Überlebenszeiten.

Mitarbeiter von Palliativstationen und Hospiz kennen dieses Phänomen seit langem, dass Patienten sich in  einer palliativen Behandlungsumgebung nach Beendigung  aktiver Tumortherapien , wie z.B. Chempotherapie, deutlich im Allgemeinzustand verbessern. Die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten war und ist ein wesentliches Ziel der hospizlichen und palliativen Begleitung. Die vorliegende Studie zeigt, dass die Patienten nicht selten davon auch mit einer Verlängerung der Überlebenszeit profitieren können.

Quelle: J Pain Symptom Manage 2007, Mar, 33(3): 238