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Liebe und Trauer

was wir von Kindern lernen können
Beim ‚Treff um 8’ des Hospiz- und Palliativ-Vereins Gütersloh e.V. am 12. September 2008 sprach Prof.Dr.med. Stein Husebo aus Bergen/Norwegen zum Thema ‚Liebe und Trauer – was wir von Kindern lernen können’. Vor den ca. 300 Anwesenden in der Aula des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums erzählte der bekannte Palliativmediziner von seiner Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.
In westlichen Ländern sterbe heute die überwiegende Anzahl der Menschen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, nur noch ein kleiner Teil der Menschen könne die letzte Lebensphase zuhause in vertrauter Umgebung verbringen. Diese Entwicklung habe zur Folge, dass viele, vor allem jüngere Menschen keinen direkten Kontakt zu Sterbenden mehr haben und ihre Vorstellungen über das Sterben eines Menschen einzig aus den Medien speisen. Husebo hält dies für eine unglückliche Entwicklung, da das Sterben zum Leben gehöre, und die Angst vor beidem sich durch ein Verstecken des Sterbens nur steigere.
Kinder sollten Kontakt zu ihren sterbenden Angehörigen haben, am Verabschiedungsprozess beteiligt werden, statt Kinder - wie zurzeit verbreitet – von Sterben und Tod fern zu halten, um sie ‚zu schonen’. Sie spüren, wenn sie ausgeschlossen werden, und denken sich eigene Erklärungen aus, die meist sehr beängstigend für sie aussähen.
Auch sei es sehr wichtig, Kinder in den Trauerprozess mit ein zu beziehen. Dadurch ermögliche man ihnen, eigene Formen für den Ausdruck ihrer Trauer zu finden, ohne sich von den Erwachsenen ausgeschlossen zu fühlen. Außerdem können Kinder Erwachsenen helfen, festgefahrene und angstbesetzte Situationen aufzulösen – durch mutige direkte Fragen und spielerische Ideen und Handlungen.
