Es gibt einen Moment, der Menschen in ganz unterschiedlichen Berufen ereilen kann: Ein Mensch, den man seit Jahren begleitet, wird schwer krank. Die Pflegefachkraft kennt die medizinische Seite, aber vielleicht nicht die richtigen Worte für das Gespräch. Die Mitarbeiterin in der Wohngruppe der Eingliederungshilfe kennt den Bewohner besser als jeder Arzt, weiß aber nicht, wie sie seine Schmerzen erkennt, wenn er sie nicht in Worte fassen kann.
Sterben gehört in vielen Berufen nicht zur ursprünglichen Ausbildung – und begegnet doch immer mehr Menschen im Arbeitsalltag.
Manche warten nicht, bis dieser Moment sie überrascht. Pflegefachkräfte, die merken, dass sie sich in der Begleitung schwerkranker Menschen mehr Sicherheit wünschen, suchen gezielt nach einer Weiterbildung, die sie darauf vorbereitet.
Was in solchen Momenten fehlt, ist oft ein geteiltes Verständnis davon, was ein Mensch am Lebensende braucht – über Berufsgrenzen hinweg. Genau das vermittelt Palliative Care.
Ein Klassiker, der zurückkehrt
In der Hospiz- und Palliativ-Akademie Gütersloh ist die Palliative Care-Ausbildung seit Langem unser Klassiker – ein fester Bestandteil unseres Bildungsprogramms, der über die Jahre schon viele Menschen für die Arbeit im palliativen Bereich vorbereitet hat. Im November 2026 startet das Angebot wieder, diesmal in modularer und multiprofessioneller Form.
Modul 1 arbeitet mit der Storyline-Methode: Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam einen fiktiven Fall und erarbeiten fünf Tage lang, was diese Person und ihr Umfeld brauchen würden – Symptomlinderung, Kommunikation, Abschiedsgestaltung, spirituelle Rituale, palliative Geriatrie. Wer möchte, baut darauf Modul 2 auf: 120 weitere Stunden zu Schmerztherapie, Zugehörigenarbeit, Ethik, Selbstsorge und mehr. Zusammen ergeben beide Module die vollständige, DGP-anerkannte 160-Stunden-Qualifikation.
Verschiedene Berufe, ein gemeinsames Ziel
Was den Kurs besonders macht: Pflegefachkräfte aus Gesundheits- und Altenpflege lernen im Kurs gemeinsam mit Mitarbeitenden der Eingliederungshilfe, Sozialarbeiter:innen, Seelsorger:innen und anderen psychosozialen Berufen. Thema: Die Teilnehmenden lernen nicht nur Inhalte, sondern auch voneinander – und finden so jene gemeinsame Sprache, die im Ernstfall fehlt.
Zwei Module, ein Weg
Modul 1 – Palliative Praxis (Kurs 18/2026): 40 UE, 9.–13. November 2026. Offen für Fach- und Nichtfachkräfte aus Pflege, Altenpflege, Eingliederungshilfe und psychosozialen Berufen. Zählt als Modul 1 der vollständigen Weiterbildung. 450 € inkl. Verpflegung und Materialien.
Modul 2 – Multiprofessioneller Kurs (Kurs 01/2027): 120 UE in drei Blöcken, Januar–Juni 2027. Für Pflegefachkräfte, Sozialpädagog:innen, Seelsorger:innen, Sozialarbeiter:innen, Heilerziehungspfleger:innen u. a. Voraussetzung: Abschluss Modul 1. 1.650 € inkl. Verpflegung und Materialien.
Was Personalverantwortliche wissen sollten
Wer ein Team hat, das im Alltag zunehmend mit schwerer Krankheit, Sterben und Trauer konfrontiert ist, findet hier eine Möglichkeit, vorher statt erst im Ernstfall Sicherheit aufzubauen. Für manche Einrichtungen ist das auch keine freie Entscheidung: Stationäre Hospize zum Beispiel müssen laut Rahmenvereinbarung nach § 39a SGB V nachweisen, dass mindestens die Hälfte ihrer Mitarbeitenden eine Palliative-Care-Weiterbildung abgeschlossen hat. Auch Pflegeeinrichtungen, die in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) tätig werden wollen, kommen an einer entsprechenden Qualifikation nicht vorbei.
Doch selbst dort, wo keine Vorschrift greift, zahlt sich die Investition aus: Teams, die mit Palliative-Care-Wissen ausgestattet sind, berichten von mehr Handlungssicherheit in belastenden Situationen, weniger Überforderung im Akutfall und einer spürbar besseren Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Modul 1 lässt sich auch einzeln buchen – als Einstieg, als Pflichtqualifikation oder zur Auffrischung.
Weitere Informationen und Anmeldung über unsere Akademie.


